Seltene Einigkeit im Thüringer Landtag am Tag des G8-Gipfels
Thema: marshallplan
von depod 15. Juni 2007
Zur Neuauflage des Podiumsgesprächs vom letzten Jahr trafen sich am 6. Juni 2007 die umweltpolitischen Sprecher der drei Thüringer Landtagsparteien mit Vertretern der Global Marshall Plan Initiative (GMPI), diesmal im Landtag selbst und mit dem Beschluss des Landtages vom Januar 2007 (LT-Drucks. 4/2658) im Gepäck, die Ziele des Global Marshall Plan zu unterstützen. Es zeigte sich, dass Horst Krauße (CDU), Dagmar Becker (SPD) und Thilo Kummer (PDS) inzwischen mehr als ein Buch zum Thema gelesen und darüber weitaus mehr Gemeinsamkeiten als Gegensätze entwickelt haben.
Mit dabei auch wieder Staatssekretär Christian Juckenack, diesmal aber – nach seinem Amtswechsel vor zwei Wochen – nicht für das Umweltressort, sondern für das Wirtschaftsministerium. Den Impulsvortrag hielt auch dieses Mal wieder der Koordinator der GMPI, Frithjof Finkbeiner, der Erfurt als Zwischenstop zwischen dem Kirchentag in Köln und den G8-Veranstaltungen in Rostock nutzte und am neu eröffneten Bahnhofsvorplatz zu seiner freudigen Überraschung von den UN-Milleniumstoren begrüßt wurde.
Für die Thüringer Landesgruppe nahmen deren Initiatoren Josef Ahlke und Detlef Wendt am Gespräch bzw. an der anschließenden Diskussion mit den Zuhörern teil. Moderiert wurde die Podiumsrunde ein weiteres Mal von TLZ-Redakteurin Gerlinde Sommer, der das Verdienst gebührt, seit einem Jahr regelmäßig und sachkundig über den Global Marshall Plan zu berichten.
Im Vordergrund der Podiumsrunde stand die Frage, wie die Ziele des Global Marshall Plan in Thüringen unterstützt und umgesetzt werden sollen. Einig war man sich darin , dass die Vorschläge des Global Marshall Plan eine gute Handlungsanleitung sind, um nach ökologischen und sozialen Maßstäben zu wirtschaften, Demokratien zu stärken und Menschenrechte durchzusetzen, kurz: die Welt wieder ins Gleichgewicht einer nachhaltigen Entwicklung zu bringen. Staatssekretär Juckenack versprach, seitens der Landesregierung aufzulisten, was unter dem Blickwinkel des Global Marshall Plan bereits im Lande an Aktivitäten auf der Aktiva-Seite stehe, um dann leichter bestimmen zu können, was zukünftig noch zu tun sei. Diese Bestandsaufnahme solle bis zur geplanten Anhörung im Landtag am 28. September 2007 erfolgen.
Ohnehin wurde die Debatte nur dann kontrovers, wenn auf Fragen der Zuhörer landesspezifische Themen gestriffen wurden. Genau wissen wollten es auch drei Schülerinnen des Gutenberg-Gymnasiums, die sich bereits in einer Seminarfachgruppe mit dem Global Marshall Plan beschäftige. Marie Görbing, Lisa Hilpert und Tanja Beckert wollen auch bei der Anhörung Ende September dabei sein und dazu vielleicht eigene Vorschläge einbringen. Die Möglichkeit hierzu soll, wie Detlef Wendt ankündigte, auch in diesem Weblog unter einer eigenen Rubrik eingerichtet werden.

